
Jagdrecht: Jetzt kommt es auf die entscheidenden Verbesserungen an
Pressemitteilung vom 18. September 2026 – LJV zur Landtagsdebatte über das Jagdrecht
Landesjagdverband Rheinland-Pfalz sieht nach Landtagsdebatte weiteren Handlungsbedarf – laufendes Verfahren muss für substanzielle Korrekturen genutzt werden.
Mainz, 17. September 2026. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz (LJV) sieht nach der heutigen Debatte im rheinland-pfälzischen Landtag die Chance, die noch bestehenden Schwächen des künftigen Jagdgesetzes im laufenden Verfahren zu korrigieren.
„Wir nehmen ausdrücklich zur Kenntnis, dass heute sowohl aus der CDU-Fraktion als auch von Ministerin Christine Schneider auf das laufende Verfahren und die noch bestehenden Möglichkeiten zur Verbesserung hingewiesen wurde. Genau diese Chance gilt es jetzt zu nutzen“, erklärt LJV-Präsidentin Dr. Gitta Greif-Werner.
Der LJV begrüßt, dass die Landesregierung bereits wichtige Korrekturen auf den Weg gebracht hat. Dazu gehören insbesondere die Rückverlagerung wesentlicher Zuständigkeiten auf die örtliche Ebene, die stärkere Einbindung jagdlicher Fachkompetenz und die grundsätzliche Bejagbarkeit des Wolfs.
Gleichzeitig bleiben aus Sicht des Verbandes zentrale Fragen ungelöst. Dies betrifft insbesondere die Ausgestaltung der Mindestabschussplanung und der forstbehördlichen Stellungnahme sowie die tatsächliche Stärkung von Jagdrechtsinhabern, Jagdgenossenschaften, Kreisjagdmeistern und Bewirtschaftungsgemeinschaften.
„Wenn wir mehr Eigenverantwortung wollen, müssen wir sie den Menschen vor Ort auch tatsächlich zutrauen. Jagdrechtsinhaber, Jägerschaft, Land- und Forstwirtschaft kennen die Verhältnisse vor Ort. Ihre Erfahrung und Verantwortung müssen deshalb stärker zum Maßstab jagdrechtlicher Entscheidungen werden“, so Greif-Werner.
Für den LJV geht es dabei nicht um die Interessen einzelner Gruppen. Gerade angesichts der Herausforderungen durch Klimawandel, Waldumbau, Wildschäden und die Rückkehr des Wolfs stehen die handelnden Personen in einer Verantwortungsgemeinschaft. Damit diese gelebt werden kann, sollten sich die Akteure auf Augenhöhe begegnen. Daher brauche Rheinland-Pfalz ein Jagdrecht, das Kooperation fördert, statt neue Konflikte durch Bürokratie und einseitige Vorgaben zu schaffen. Der LJV wird deshalb seine konkreten Änderungsvorschläge in das laufende Verfahren einbringen und den weiteren parlamentarischen Prozess konstruktiv begleiten.
„Die heutige Landtagsdebatte war kein Schlusspunkt. Die entscheidende fachliche Arbeit liegt jetzt vor uns. Wir stehen für diesen Dialog bereit – konstruktiv und mit konkreten Vorschlägen. Unser Anspruch ist ein Jagdrecht, das einen gesunden Wald mit Wild ermöglicht, Eigentum und Eigenverantwortung ernst nimmt und vor allem eines ist: in der Praxis tragfähig“, erklärt Greif-Werner.
Foto: landtag-rlp.de