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Fachbereich Brauchtum

Brüche

Bruchzeichen – die Zeichensprache der Jäger

Brüche gehören zu den ältesten und lebendigsten Bräuchen der Jägerschaft. Sie dienten und dienen der Verständigung unter Jägern und sind gewissermaßen die Zeichensprache des Weidwerks.

Mit einem Bruch lassen sich Nachrichten übermitteln, Hinweise geben oder jagdliche Handlungen und Ereignisse kenntlich machen. Gleichzeitig haben Brüche eine besondere symbolische Bedeutung: Sie werden dem Jäger, dem Jagdhund oder dem erlegten Wild als Zeichen der Verbundenheit mit dem Weidwerk mitgegeben.

Der richtige Bruch

Nicht jeder Zweig eignet sich als Bruch. Traditionell werden die sogenannten gerechten Baumarten verwendet. Dazu zählen insbesondere Eiche, Kiefer – einschließlich Latsche und Zirbelkiefer –, Fichte, Weißtanne und Erle.

Auch die Art, wie ein Bruch beschaffen ist, trägt zu seiner Bedeutung bei. Brüche können beispielsweise befegt oder blank sein und erhalten dadurch ihre jeweilige Funktion.

Traditionsgemäß werden Brüche gebrochen und nicht geschnitten. Damit bleibt die ursprüngliche Form des Brauches gewahrt.

Brauchtum und Tierschutz

So wichtig die Einhaltung jagdlicher Bräuche ist, beim Anschussbruch steht der Tierschutz an erster Stelle. Sind keine gerechten Bruchhölzer vorhanden, darf deshalb auch auf anderes geeignetes Material zurückgegriffen werden.

Denn der Zweck des Anschussbruches ist entscheidend: Er soll dem Nachsuchengespann und anderen Jägern eindeutig anzeigen, wo ein Stück Wild angeschossen wurde und wo die Suche beginnen soll. Die schnelle und sichere Nachsuche hat Vorrang vor der perfekten Einhaltung der Bruchtradition.

Bruchzeichen sind damit nicht nur ein Stück überlieferte Jagdkultur. Sie erfüllen auch heute noch einen praktischen Zweck und verbinden jagdliche Tradition, waidgerechtes Handeln und Verantwortung für das Wild.