Zum Inhalt springen

Hubertus

Der 3. November – Hubertustag

Der 3. November ist der Gedenktag des heiligen Hubertus und hat für die Jägerschaft eine besondere Bedeutung. St. Hubertus gilt als Schutzpatron der Jäger und steht wie kaum eine andere Gestalt für die Verbindung von Jagd, Natur und Verantwortung.

Der Hubertustag ist deshalb für viele Jäger ein besonderer Tag im jagdlichen Jahreslauf – ein Tag des Innehaltens, der Besinnung und der Gemeinschaft.

Brauchtum

Die Legende vom Hirsch mit dem Kreuz

Die Geschichte des heiligen Hubertus wird in unterschiedlichen Fassungen überliefert. Im Mittelpunkt steht jedoch immer ein außergewöhnliches Erlebnis während der Jagd:

Hubertus, der als leidenschaftlicher Jäger beschrieben wird, verfolgt einen prächtigen Hirsch. Als er das Wild stellen kann und bereits zum Schuss ansetzt, wendet sich der Hirsch zu ihm. Zwischen seinem Geweih erscheint ein leuchtendes Kreuz. Zugleich hört Hubertus eine Stimme, die ihn auffordert, sein Leben und sein Verhältnis zu Gott und zur Schöpfung zu überdenken.

Dieses Erlebnis wird zum Wendepunkt in seinem Leben. Hubertus legt seine bisherige Lebensweise ab, wendet sich dem Glauben zu und setzt sich fortan für seine Mitmenschen ein. Später wird er Bischof und gilt seit dem Mittelalter als Schutzpatron der Jäger.

Die Hubertuslegende ist dabei weniger als historische Begebenheit denn als Sinnbild zu verstehen. Sie erzählt von einem Menschen, der innehalten muss und sein eigenes Handeln hinterfragt.

Was die Legende Jägern heute sagen kann

Gerade für Jäger hat die Geschichte eine besondere Bedeutung. Die Jagd bedeutet, über Leben und Tod eines Wildtieres zu entscheiden. Damit ist eine besondere Verantwortung verbunden.

Die Hubertuslegende erinnert daran, dass Jagd niemals Selbstzweck sein sollte. Sie fordert dazu auf, das eigene Handeln immer wieder zu hinterfragen und das Wild als Mitgeschöpf zu achten.

Moderne, verantwortungsvolle Jagd ist mehr als das Erlegen von Wild. Sie umfasst unter anderem Wildhege, Natur- und Artenschutz, die Erhaltung gesunder Wildbestände und die Verantwortung für Lebensräume. Der Hubertustag bietet Gelegenheit, sich dieser Verantwortung bewusst zu werden.

Wild

Hubertusmessen – gelebtes jagdliches Brauchtum

Ein besonderer Ausdruck dieser Tradition sind die Hubertusmessen. Sie werden rund um den Hubertustag in vielen Regionen gefeiert und verbinden den christlichen Gottesdienst mit Elementen des jagdlichen Brauchtums.

Besonders eindrucksvoll ist die musikalische Gestaltung durch Jagdhornbläser. Die Klänge der Parforce- oder Fürst-Pless-Hörner geben dem Gottesdienst seinen besonderen Charakter und schaffen eine Verbindung zwischen Kirche, Natur und Jagd.

In der Hubertusmesse wird zugleich der erlegten Wildtiere gedacht und für die Schöpfung und ihre Bewahrung gedankt. Für viele Jäger ist sie deshalb nicht nur ein Bestandteil des jagdlichen Brauchtums, sondern auch eine Gelegenheit zur Besinnung auf die Verantwortung des Menschen gegenüber Natur und Tier.

Der Hubertustag erinnert uns daran: Jagd ist mit Verantwortung verbunden – und Tradition lebt dort weiter, wo sie mit Sinn und Achtung gelebt wird.