Fachbereich Brauchtum
Jägerschlag
Der Jägerschlag gehört zu den traditionsreichsten Bräuchen der deutschen Jägerschaft. Mit ihm wird der Jungjäger nach bestandener Prüfung feierlich in die Gemeinschaft der Jäger aufgenommen.
Der Brauch geht auf die alten Aufnahme- und Weihezeremonien des Jägerstandes zurück. Der Schlag mit der flachen Seite des Hirschfängers oder einer anderen dafür vorgesehenen Jagdwaffe steht dabei sinnbildlich für die Aufnahme in die Gemeinschaft und für die Pflichten, die mit dem Weidwerk verbunden sind.
Auch wenn sich Form und Ablauf im Laufe der Zeit verändert haben, ist die Bedeutung des Jägerschlags bis heute erhalten geblieben: Mit dem Jagdschein beginnt nicht nur das Recht zur Jagdausübung, sondern auch eine besondere Verantwortung gegenüber Wild, Natur und Mitmenschen.

Der Jägerschlag wird traditionell mit drei Schlägen vollzogen. Dabei wird der Prüfling mit dem folgenden Spruch zum Jäger geschlagen:
„Der erste Schlag soll Dich zum Jäger weihen,
der zweite Schlag soll Dich zum Jäger machen,
der dritte Schlag soll Dich zum Jäger ehren.“
Die drei Schläge werden traditionell auf die rechte Schulter, die linke Schulter und das Haupt geführt.

Der Jägerschlag ist damit weit mehr als eine schöne Zeremonie nach bestandener Prüfung. Er erinnert den frischgebackenen Jäger daran, dass Waidgerechtigkeit, Achtung vor dem Wild und die Verantwortung für die Natur untrennbar mit dem Waidwerk verbunden sind.