
Zeitumstellung: Jetzt steigt die Gefahr von Wildunfällen
Wenn am Wochenende die Uhren auf Winterzeit umgestellt werden, fällt der Berufsverkehr wieder häufiger in die Dämmerung. Gleichzeitig steigt im Herbst das Risiko für Wildunfälle. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz appelliert deshalb an alle Verkehrsteilnehmer, besonders aufmerksam zu fahren und die Geschwindigkeit anzupassen.
Mit der Zeitumstellung am Sonntag, 25. Oktober, verschiebt sich für viele Autofahrer der Weg zur Arbeit in die Dämmerung. Genau dann sind zahlreiche Wildtiere auf Nahrungssuche oder auf ihren gewohnten Wechseln unterwegs. In Kombination mit nassen Straßen und eingeschränkten Sichtverhältnissen steigt die Gefahr von Zusammenstößen.
Eine Auswertung von mehr als 100.000 Datensätzen aus zehn Jahren zeigt, welche Wildarten besonders häufig betroffen sind: Das Reh ist mit 51 Prozent aller im Tierfund-Kataster erfassten Meldungen trauriger Spitzenreiter. Im Herbst häufen sich zudem die Unfälle mit Wildschweinen und Damhirschen. Von Oktober bis Dezember sind diese Arten während der Paarungszeit besonders aktiv und legen auf der Suche nach Partnern größere Strecken zurück.
Weniger Tempo kann Leben retten
Besonders in der Dämmerung sowie an Wald- und Feldrändern sollten Autofahrer vorausschauend fahren und ihre Geschwindigkeit reduzieren. Wie entscheidend das sein kann, verdeutlicht der Deutsche Jagdverband (DJV) anhand eines Beispiels: Taucht ein Tier in 60 Metern Entfernung auf, kommt ein Auto bei Tempo 80 noch rechtzeitig zum Stehen. Bei Tempo 100 kann es dagegen mit mehr als 60 km/h auf das Tier prallen.
Auch die Folgen eines Zusammenstoßes sind erheblich. Schon bei Tempo 60 entspricht das Aufprallgewicht eines Wildschweins laut DJV dem eines 3,5 Tonnen schweren Nashorns. Beim Damhirsch ist die Wucht mit der eines Nilpferds vergleichbar.
Wer Wild am Straßenrand entdeckt, sollte abblenden, hupen und bremsen. Wichtig ist außerdem, mit weiteren Tieren zu rechnen. Von abrupten Ausweichmanövern rät der DJV ab.
Was tun bei einem Wildunfall?
Kommt es dennoch zu einem Zusammenstoß, muss zunächst die Unfallstelle gesichert werden: Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen und die Polizei verständigen. Verletzte oder tote Tiere sollten nicht angefasst und keinesfalls mitgenommen werden.
Auch wenn das Tier nach dem Zusammenstoß flüchtet, muss der Unfall gemeldet werden. So kann der zuständige Jäger eine Nachsuche veranlassen und ein möglicherweise verletztes Tier mithilfe speziell ausgebildeter Hunde finden. Für die Versicherung sollte außerdem eine Wildunfallbescheinigung von Polizei oder Jäger ausgestellt werden.